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Haus

Was heißt Tachles? Der Name und warum er blieb

5. September 2026

Tachles kommt aus dem Jiddischen und heißt: zur Sache kommen, offen reden. Warum wir den Namen behalten haben, als wir 2010 alles andere änderten.

„Tachles" kommt aus dem Jiddischen und bedeutet: zur Sache kommen, offen reden, das Wesentliche sagen. Wer Tachles redet, lässt die Umwege weg und sagt, worum es geht.

Das ist die kurze Antwort. Die längere hat damit zu tun, dass dieser Name älter ist als wir — und dass er das Einzige ist, was wir nicht angerührt haben, als wir das Lokal übernommen haben.

Der Name war vor uns da

Unter diesem Namen gibt es das Lokal am Karmeliterplatz seit 1991. Das Tachles, wie du es heute kennst, gibt es seit 2010. Damals haben wir das Lokal übernommen — und den Namen gleich mit.

Danach haben wir fast alles verändert: das Konzept, die Küche, den Keller, die Wände. An den Wänden hängen heute Plakate der polnischen Plakatschule aus den 60ern, aus den Boxen kommt polnischer Jazz oder Klassik, an einer Wand laufen Schwarz-Weiß-Filme. Marcin hatte seit seiner Jugend den Traum von einem Lokal mit einem Saal für Konzerte und Veranstaltungen. Den Saal gibt es. Er liegt im Keller.

Ein einziges Ding haben wir gelassen, wie es war: den Namen über der Tür.

Warum wir ihn behalten haben

Wir sind in der Leopoldstadt, im Karmeliterviertel, gleich neben dem Karmelitermarkt. Ein gemischtes Grätzl: Markt, Kunst, Nachbarschaft. Und ein historisch jüdischer Bezirk — mit der jüdischen Kultur ist der 2. Bezirk seit Jahrhunderten eng verbunden.

Ein jiddisches Wort über der Tür ist hier also keine Dekoration. Wir haben den Namen aus Respekt vor dieser Geschichte und vor dem multikulturellen Charakter des Bezirks stehen gelassen. Etwas, das lange vor einem da war, streicht man nicht weg, nur weil man neu anfängt. Mehr Kommentar haben wir dazu nicht. Der Name steht, das genügt.

Dazu kommt, dass das Wort ziemlich gut beschreibt, wie wir arbeiten wollten. Tachles ist für uns auch eine Ansage: Echtheit, Ehrlichkeit, gute Küche ohne unnötige Zutaten. Werte, die man aufschreiben kann, sind billig. Interessant wird es dort, wo sie den Alltag verändern.

Tachles auf dem Teller

Pierogi sind unsere Spezialität. Sieben Sorten, eine davon vegan. Der Gault&Millau hat sie 2026 „wahrscheinlich die besten in Wien" genannt. Daneben stehen Barszcz, Bigos und Szarlotka auf der Karte, dazu eine Rindsuppe mit Nudeln, die viele Gäste für die beste der Stadt halten. Wer stöbert, findet Palatschinken, süße Pierogi und Spaghetti Bolognese.

Was du auf keinem dieser Teller findest: Deko, die nur da liegt, damit etwas darauf liegt. Magdalena wiegt und misst — Rezepte von den Großmüttern und eigene — und verbessert sie so lange, bis nichts Überflüssiges übrig bleibt. Die feste Karte wechseln wir alle zwei Jahre, dazu kommen zwei saisonale Karten. Wir erfinden uns nicht jeden Monat neu. Wir kochen lieber das gut, was wir können.

Abends wird der Salon zur Bar. Robert mixt seine eigenen Cocktails, es gibt hausgemachte Limonaden, Weine von österreichischen Bioweingütern und Kaffee von der Kaffeerösterei Alt Wien. Auch da gilt: wenige Dinge, dafür ausgesucht.

Tachles im Umgang

Der Ton im Haus ist derselbe. Wir sagen dir, was heute gut ist. Wenn du den Keller mieten willst — 80 Plätze, ein Klavier steht da —, fragst du Marcin und bekommst eine klare Antwort: Montag bis Mittwoch gratis, wenn das Projekt passt. Freitag und Samstag gegen einen Mindestumsatz. Auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich. Kein Herumreden, kein Vielleicht.

Unten läuft die offene Bühne Floorspot, es gibt Lesungen, Konzerte und Kabarett. Wer eine Idee hat, kommt damit her.

Und manches muss man gar nicht groß erklären. Seit 2013 gibt es bei uns den Caffè sospeso, als erstes Lokal in Österreich: Du zahlst einen Kaffee mit, den jemand trinkt, den du nie kennenlernen wirst. Seit 2025 gibt es die Pierogi 4 Peace: eine Portion, von der ein fester Betrag an die Gruft der Caritas geht. Das ist der ganze Text dazu. Reden hilft, Pierogi auch.

Ein rosa Stempel

Unser Zeichen ist ein runder, pinker Stempel mit vier Wörtern: JETZT ABER TACHLES. Er sagt ziemlich genau, was dieses Lokal sein will. Kein Ort zum Durchrauschen, eher ein Wohnzimmer — Gäste sagen „wie zu Hause" und „Atmosphäre wie bei Freunden". Man sitzt, man redet, und irgendwann kommt man zur Sache.

Genau deshalb steht der Name noch immer über der Tür. Er gehörte diesem Haus schon, bevor er uns gehörte, und er beschreibt trotzdem genau das, was wir hier jeden Abend versuchen. Zweimal Glück, würden wir sagen.

Du findest uns am Karmeliterplatz 1 in der Leopoldstadt; die aktuellen Öffnungszeiten stehen unten auf jeder Seite. Was auf den Tisch kommt, steht in der Speisekarte — und einen Tisch reservierst du hier.

Wir sind für dich da. Seit 2010.

Hunger bekommen? Schau in die Speisekarte oder reservier dir einen Tisch.

Öffentliche Abende im Kulturkeller: Lesungen und Konzerte.

DAS KULTURCAFÉ tachles

KARMELITERPLATZ 1

1020 WIEN

MO–MI 16.00 - 23.00

DO–SA 16.00 - 01.00

+43 1 212 03 58

TACHLES @ GMX .AT

INSTA: TACHLES .WIEN

WWW. CAFE-TACHLES .AT

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© 2026 CAFÉ TACHLES

Kulturcafé, Restaurant und Bar in Wien-Leopoldstadt, 1020 — am Karmeliterplatz, gleich beim Karmelitermarkt. Spezialität des Hauses: sieben Sorten Pierogi (Gault&Millau 2026). Kulturkeller mit Bühne und Klavier für bis zu 80 Personen. Gastgarten am Karmeliterplatz, dreimal für den Goldenen Schani nominiert.